Erfolg zum Jubiläum

Es musste wieder einmal alles ganz schnell gehen. Veit rief mich aus seinem Sommerurlaub an und meinte er wolle die Wartburg Rallye in zwei Wochen fahren. Ein Einsatzauto hatten wir zwar noch nicht, aber in Aussicht. Und zwar den fast jungfräulichen Gruppe N Suzuki Swift Sport im Ausstellungsraum des Autohauses Melter in der Nähe von Karlsruhe. Der wurde ursprünglich als VIP und Gastfahrzeug für den Suzuki Rallye Cup aufgebaut und stand sich lange Zeit die Dämpfer in die Dome. Veit holte das Auto am Montag vor der Veranstaltung ab, während unsere Mechaniker in Zschopau bereits warteten. Ein Getriebewechsel und viele kleine Anpassungen standen auf dem Zettel. Nach drei Arbeitsnächten hatten wir ein einsatzbereites Fahrzeug auf den Hänger. An dieser Stelle vielen Dank für den Einsatz unserer Jungs (Ronny, Thomas und Andreas).

Die Wartburg Rallye gilt seit Jahren als meine absolute Lieblingsveranstaltung in Deutschland. Gründe dafür sind nicht nur die drei Klassensiege bei drei Starts in den letzten Jahren oder die anspruchsvollen Wertungsprüfungen (WP), sondern auch die gesamte Geschichte der Rallye, die mich seit den 80ern in ihren Bann zog. Umso schöner, dass ich auch noch ein kleines Jubiläum feiern konnte, denn sie war gleichzeitig die 75. Rallye an der ich teilnehmen durfte.

Vor dem Start war ich ungewohnt nervös. Glücklicherweise ging es Veit nicht anders. Vielleicht lag es an unserer 13. gemeinsamen Ausfahrt, die für unsere innere Unruhe sorgte, vielleicht aber auch die tragischen Vorkommnisse des letzten Jahres...

Unsere Anspannung legte sich jedoch schon nach der ersten WP. Den schönen Rundkurs im Cosmodrom mit der langen Ausfahrt über Krauthausen konnten wir mit 10 Sekunden Vorsprung als schnellstes Team bewältigen. Der Swift lief einwandfrei und wir nach all den Jahren scheinbar auch. Die schnellen Bergrennstrecken im Thüringer Wald liegen Veit besonders. Mit seiner Erfahrung und seinem runden Fahrstil hat er immer noch das Potential gegen die aufstrebende Jugend zu bestehen. Und die biss sich den ganzen Tag die Zähne an uns aus. Alle weiteren Wertungsprüfungen des ersten Tages konnten wir gewinnen und uns einen schönen Vorsprung von über einer Minute herausfahren.

Ein weiteres Highlight konnten wir noch einmal am nächsten Morgen auf der WP über die Hohe Sonne setzen - und zwar wieder einmal im Nassen. Trotz eines Verbremsers mit Zurücksetzen vor dem Abzweig nach Ruhla waren wir 15 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte unserer Division und freuten uns über die 17. Gesamtzeit. Die Messe war damit gesungen. Kontrolliert und konzentriert fuhren wir problemlos die Rallye zu Ende und feierten im Ziel nach 11 von 16 gewonnenen WPs mit über 1:40 Minute Vorsprung einen klaren Sieg.

In der ADMV Rallye Meisterschaft konnten wir uns mit dem Erfolg wieder auf den dritten Platz verbessern, allerdings wird es dabei bis zum Jahresende nicht bleiben, denn wir werden höchstwahrscheinlich den letzten Lauf die Lausitz Rallye auslassen und damit der Konkurrenz das Feld kampflos überlassen. Wo wir dieses Jahr noch an den Start gehen werden, müssen wir uns in den nächsten Wochen überlegen. Immerhin haben wir jetzt ein Auto, das jederzeit zuverlässig einsetzbar ist und können in der Zwischenzeit in Ruhe die Probleme am anderen Swift aussortieren.

Für mich geht es in drei Wochen weiter bei der Doppelveranstaltung in Wedemark und dem Schotter-Cup. Diesmal wieder mit Dark Liebehenschel im Citroen C2R2.