Dinner for 2

Der ADAC lud ein zur Sport Gala nach München und wir folgten. Zum einen, weil die Planungen für die nächste Saison bereits in vollem Gange sind. Zum anderen, weil diese Art von Ehrungen in ungewohntem Rahmen und fernab von Motorenlärm am Ende des Jahres zum guten Ton und Umgang einfach dazugehören. Nicht nur gegenüber von Presse und Medienvertretern, sondern auch dem ADAC selbst. Von daher war es ein gelungener Abend, in jeder Hinsicht.

Auf der Anreise von Berlin nach München hatte ich jedoch viel Zeit, um über diese ganze Sache nachzudenken. Mich beschlich die Kuriosität des "Man sieht sich im Leben immer zweimal"-Gefühls, dessen Ursprung immerhin zweieinhalb Jahre zurück liegt. Es war zum Zeitpunkt der Siegerehrung der Rallye Vogelsberg, dem zweiten Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft 2008.

Im Rallyebüro des Veranstalters gab es eine grosse Auseinandersetzung mit den Offiziellen des ADAC und uns, da wir in einer anderen Division gewertet wurden, als wir genannt hatten, von den Technischen Komissaren eingestuft wurden und schliesslich gestartet sind. Dieser Fauxpas kostete uns 10 Punkte in der Meisterschaft und um die wollten wir fernab der Wertungsprüfungen in einem klärenden Gespräch kämpfen. Der Ton war rau und endete trotz meiner diplomatischen Versuche mit einem Verweis aus dem Rallyebüro und den abschliessenden Worten des ADAC: "Wenn wir Teil der grossen Rallyefamilie werden möchten, müssen wir noch viel lernen!" Wir stiegen konsequenterweise aus der Deutschen Rallye Meisterschaft aus und konzentrierten uns auf die Deutsche Rallye Serie, die wir schliesslich als Meister beendeten...

Dass sich unser Verhältnis zum ADAC im Laufe der letzten Jahre verbesserte, ist wohl in erster Linie unseren Erfolgen zuzuschreiben. Es waren schliesslich die selben Leute, die sich um unser Wohlergehen während der Sport Gala kümmerten, die uns noch zweieinhalb Jahre zuvor des Rallyebüros verwiesen! Beide Seiten scheinen erkannt zu haben, dass sie Teil des Sports sind und dass der Sport im Vordergrund stehen muss. Nur durch ein Umdenken auf dieser Ebene können bestehende Mauern überwunden und eine gemeinsame Basis der Zusammenarbeit geschaffen werden.

Daher würde ich mir für die Zukunft ein solches Vorgehen auch für die deutsche Motorsporthoheit und deren einzelne Verbände wünschen... für den Rallyesport und für ein Miteinander.