Mission "666" übertroffen

Konnten wir bei der Erzgebirgsrallye vor zwei Wochen einen 3. Platz mit der Startnummer 33 noch relativ einfach nach Hause fahren, so stellte sich die Mission „6. Platz mit Startnummer 66“ für den 2. Lauf des ADAC Rallye Masters (ARM) als weitaus schwieriger heraus. Der Grund lag in einer gut gefüllten Division mit 14 Fahrzeugen, die teilweise unserem Golf 3 GTI nicht nur technisch überlegen waren, sondern zusätzlich von unheimlich starken Gaststartern beziehungsweise Lokalhelden gefahren wurden. Hinzu kam, dass es die Veranstaltung rund um das niedersächsische Sulingen mit 160 WP-Kilometern und unzähligen Abzweigen nicht nur auf dem Papier in sich hatte. Der nächtliche Regen von Freitag auf Samstag und das 20 km lange Labyrinth im alten Munitionslager auf dem IVG-Gelände, sollten am Vormittag für zusätzlichen Zündstoff sorgen.

Der beste Reifen für diese Bedingungen ist klassischerweise ein weicher Intermediate, mit dem Sebastian und ich auf die erste Schleife gingen. Nach hektischem Start sollte uns die zweite Kurve der Rallye auch gleich einmal aufwecken. An einem Links-Abzweig rutschten wir etwas von der Strecke. Dabei ging uns wie schon vor 2 Wochen der Motor aus. Doch diesmal spielte die Batterie problemlos mit. Weiter ging es, wenn auch abwartend und verhalten, in den Scharfrichter des IVG-Geländes. Nach dem ersten Drittel fanden Sebastian und ich unseren Rhythmus und kamen problemlos durch die schwierigste WP des Tages. Gegen die Lokalhelden hatten wir allerdings nicht den Hauch einer Chance. Nachdem die nächste WP wegen eines schweren Unfalls des Holländers Dennis Kuipers annulliert wurde, durfte der Golf zum wohlverdienten ersten 25-minütigen Service.

Dort diagnostizierten unsere Schrauber eine angerissene Antriebswelle. Das Team zögerte nicht lange und entschloss sich zum Wechsel. Ein Zuschauer fragte mich, ob wir es in der vorgesehen Zeit schaffen werden. Ich zögerte mit meiner Antwort. Nachdem ich die kaputte Antriebswelle aber bereits neben mir liegen sah und wir noch 17 Minuten Zeit hatten war klar: Die Jungs schaffen das. Nach 12 Minuten (!) war der Golf wieder voll einsatzbereit. Ein großes Danke an Thomas, Andreas und Markus.

Auf der identischen 2. Schleife fuhren wir weiter unseren Stiefel runter. Durchkommen, Kopf einschalten und Lernen, um am Nachmittag eine Schippe drauflegen zu können. Das war die Devise. Auf den trockenen Nachmittagsprüfungen sollte sich der technische Nachteil unseres Golfes nicht ganz so drastisch auswirken. Wir reihten uns auf den 8. Platz ein und lagen aussichtsreich 20 Sekunden hinter der von uns erstrebten 6. Position.

Mit guten Zeiten auf den nächsten 2 WPs verbesserten wir uns zuerst auf den 7. Platz und profitierten anschliessend vom erneuten Ausfall Olaf Müllers im BMW 320i, der uns die erhoffte 6. Position bescherrte. Dass wir am Ende sogar noch eine Position gewannen, lag am großen Pech des stark fahrenden Martin Schütte im Renault Clio 16V, der 3 km vor dem Ziel leider die Segel streichen musste. So viel Pech wünscht man nicht einmal seinem größten Feind.

Der 5. Platz in der für uns fast undankbaren Division 3, bescherrte Sebastian trotzdem 10 wichtige Punkte im Kampf um den ADAC Junior Cup 2012, in dem er sich auf den 6. Platz verbessern konnte. Und da haben wir ihn wieder - Mission erfüllt.